Rheinland-pfälzische CDU gewinnt elf Direktmandate
Die CDU entsendet mit elf Abgeordneten die meisten Vertreter aus Rheinland-Pfalz. Das sind zwei mehr als 2021, dennoch ist dies die zweitniedrigste Zahl an Sitzen bei einer Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz. Alle elf Abgeordneten, darunter drei Frauen, wurden in ihrem jeweiligen Wahlkreis direkt gewählt. Die meisten gültigen Erststimmen kann Patrick Schnieder in seinem Wahlkreis Bitburg mit 40,2 Prozent verbuchen. Auch die Spitzenkandidatin der CDU, Julia Klöckner, erhält das Direktmandat in ihrem Wahlkreis Kreuznach (32,3 Prozent). Die rheinland-pfälzische Politikerin ist Bundestagspräsidentin des 21. Bundestags; bei der konstituierenden Sitzung am 25. März wurde sie von den Abgeordneten in dieses Amt gewählt.
In drei Wahlkreisen gingen zwar die meisten Erststimmen an die Kandidatin bzw. Kandidaten der CDU, jedoch erhalten diese aufgrund der Wahlrechtsreform kein Mandat: In 14 Wahlkreisen konnten die Kandidatinnen bzw. Kandidaten der CDU die meisten Erststimmen erlangen. Die Sitze wurden daher in absteigender Reihenfolge des Erststimmenergebnis verteilt. Der gewählte Kandidat des Wahlkreises Trier (Dominik Franciszek Seinkiewicz, Erststimmenanteil 30,8 Prozent), die Kandidatin im Wahlkreis Mainz (Ursula Groden-Kranich; 27,3 Prozent) sowie der Kandidat des Wahlkreises Ludwigshafen/Frankenthal (Sertac Bilgin; 27,1 Prozent) erhalten also keinen Sitz im neuen Bundestag, da die elf Mandate bereits an Kandidaten mit höheren Erststimmenergebnissen vergeben wurden.


Die AfD wird im neuen Bundestag mit sieben Abgeordneten aus Rheinland-Pfalz vertreten sein, darunter zwei Frauen. In den vergangenen beiden Legislaturperioden waren es noch vier Mandatsträger, bei ihrem ersten Antritt 2013 konnte die AfD keine Mandate in Rheinland-Pfalz erlangen. Der Spitzenkandidat der AfD, Sebastian Münzenmaier, erhielt zwar kein Direktmandat, zieht aber – wie die übrigen Abgeordneten der AfD – über die Landesliste ein.
Die SPD entsendet – ebenso wie die AfD – sieben Abgeordnete nach Berlin, darunter vier Frauen. In der vorhergehenden Legislaturperiode hatte die SPD mit zwölf Politikerinnen und Politikern die meisten Mandate in Rheinland-Pfalz erlangt. Als einziger SPD-Kandidat konnte Matthias Mieves ein Direktmandat erringen. In seinem Wahlkreis Kaiserslautern erhielt er 28 Prozent der Erststimmen und setzte sich damit gegen den Spitzenkandidaten der AfD Sebastian Münzenmaier durch. Die SPD-Spitzenkandidatin Tanja Machalet erhielt zwar mit einem Erstimmenanteil von 23,4 Prozent kein Direktmandat in ihrem Wahlkreis Montabaur – hier gewann der CDU-Kandidat Harald Orthey mit deutlichen Vorsprung (35,7 Prozent) – zieht aber über die Landesliste in den neuen Bundestag ein.
Die rheinland-pfälzischen Grünen verlieren ein Mandat und sind künftig mit vier Abgeordneten in Berlin vertreten, darunter zwei Frauen. Ihre Spitzenkandidatin Misbah Khan zieht über die Landesliste ein, ebenso wie die übrigen Abgeordneten.
Die Linke konnte die Zahl ihrer Mandate aus Rheinland-Pfalz von eins auf zwei verdoppeln. Ihr Spitzenkandidat Gerhard Trabert zieht, ebenso wie seine Parteikollegin Julia-Christina Stange, über die Landesliste ein. Ob der Mainzer Sozialmediziner sein Mandat wahrnehmen kann, ist jedoch derzeit noch unklar.
Eine Liste aller gewählten Kandidatinnen und Kandidaten aus Rheinland-Pfalz finden Sie hier: www.wahlen.rlp.de/bundestagswahl/ergebnisse/gewaehlte
Frauen weiter in der Minderheit
Nur knapp ein Drittel (32,4 Prozent) der Abgeordneten des 21. Bundestags ist weiblich. Im Vergleich zum Beginn der vorhergehenden Legislaturperiode ist der Anteil um 2,3 Prozentpunkte gesunken (Stand 2021: 34,8 Prozent). Am höchsten ist der Anteil weiblicher Abgeordneter bei Bündnis 90/Die Grünen mit 61,2 Prozent, gefolgt von der Linken (56,3 Prozent) und der SPD (41,7 Prozent). Bei CDU/CSU sind nur 23,1 Prozent der Sitze mit Frauen besetzt, am niedrigsten ist der Frauenanteil bei der AfD mit 11,8 Prozent.
Bei der Wahl des 1. Bundestags 1949 lag der Frauenanteil bei nur 6,8 Prozent. Der Anteil war 1987, zu Beginn der Legislaturperiode des 11. Bundestags, erstmals zweistellig (15,4 Prozent). Beim 14. Bundestag 1998 wurde dann zum ersten Mal die 30 Prozent-Hürde übersprungen, seitdem bewegt sich der Frauenanteil in diesem Bereich. Der Höchstwert wurde bei der Wahl des 18. Bundestags 2013 mit 36,5 Prozent erreicht.[1]
Der Frauenanteil der Abgeordneten aus Rheinland-Pfalz liegt seit 1998 über dem Durchschnitt und überstieg bei drei Wahlen die 40 Prozent-Hürde (2009, 2013, 2017). Der höchste Anteil wurde 2017 mit 43,2 Prozent erreicht. Nach der diesjährigen Wahl sind unter den 31 Abgeordneten aus Rheinland-Pfalz zwölf Frauen, das entspricht einem Anteil von 38,7 Prozent.
Mandatsverteilung bei den Bundestagswahlen in Rheinland-Pfalz
Anzahl
© Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Weitere Informationen zur Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz

Bereits zum siebten Mal hat das Statistische Landesamt zu einer Bundestagswahl noch in der Wahlnacht eine Analyse der Wahlergebnisse erstellt. Neben einer Darstellung und Kommentierung der wichtigsten Ergebnisse auf der Landes-, der Wahlkreis- und der Kreisebene gibt die Veröffentlichung Auskunft über die Schwerpunktgebiete der Parteien sowie über den Einfluss ausgewählter Merkmale auf das Abstimmungsverhalten der Wählerinnen und Wähler. Die Veröffentlichung „Bundestagswahl 2025 – Analyse der Ergebnisse in der Wahlnacht“ steht zum kostenlosen Download bereit: www.statistik.rlp.de/publikationen/analysen
Die Analyse des Wahlausgangs wird zu einem späteren Zeitpunkt von der Repräsentativen Wahlstatistik vervollständigt. Im Rahmen der Repräsentativen Wahlstatistik untersucht das Statistische Landesamt die Wahlbeteiligung und das Stimmverhalten nach Alter und Geschlecht. Dafür werden die Stimmzettel in ausgewählten Stimmbezirken mit entsprechenden Markierungen versehen. Die in den ausgewählten Stimmbezirken vorgenommene Auswertung der Wählerverzeichnisse liefert Erkenntnisse über die Wahlbeteiligung nach Geschlecht und zehn Altersgruppen. Die Untersuchung des Stimmverhaltens erfolgt nach Geschlecht und sechs zusammengefassten Altersgruppen. Die Statistische Analyse wird mit den Ergebnissen der Repräsentativen Wahlstatistik in einigen Wochen verfügbar sein: www.statistik.rlp.de/publikationen/analysen
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